2019
Harsefeld

Neue Geh- und Radwegbrücke in Harsefeld ist Herzstück für klimafreundlichen Verkehr

Eine filigrane Schrägseilbrücke ist das zentrale Element des neuen Radverkehrskonzepts der Gemeinde Harsefeld in Niedersachsen. Das Bauwerk ermöglicht den Bürgern außerdem einen sicheren Zugang zu den Bahnsteigen. Für den dauerhaften Schutz der Stahlkonstruktion hat die Sika Deutschland GmbH sämtliche Korrosionsschutzbeschichtungssysteme geliefert.

Mit einer neuen Stahlbrücke hat die Gemeinde Harsefeld gleich mehrere Problemstellungen auf einmal gelöst. Das 150 Meter lange Bauwerk ist ein wesentlicher Bestandteil des neuen Radfahrerhighways quer durch die Gemeinde. Sie überspannt die Ortsumgehungsstraße K26n, den Bahnhof und ein Betriebsgelände. Fußgänger und vor allem Schüler können die Bahngleise nun sicher queren. Über einen barrierefreien und fahrradtauglichen Aufzug sowie eine Treppe sind Brücke und Bahnhof miteinander verbunden. Zudem gelangen die Harsefelder Bürger über die Brücke in die beiden angrenzenden Ortsteile. Aufgrund ihrer Bedeutung für die Vermeidung von CO2-Emissionen wurde der Bau der Brücke im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums finanziell gefördert.

Jahrzehntelanger Korrosionsschutz durch SikaCor EG-System Rapid

Martin Kaiser, Projektverantwortlicher bei Sika, unterstützte mit seinem Fachwissen das Planungsbüro bei der Erstellung des Korrosionsschutzplans für die Brücke nach TL/TP-KOR-Stahlbauten, Blatt 97. Ausgewählt wurde der zugelassene schnellhärtende Blatt-97-Beschichtungsaufbau SikaCor EG-System Rapid. Die Entscheidung fiel auf das 4-Schicht-System, um die Brücke dauerhaft und sicher vor Korrosion zu schützen. Die 2-komponentigen Beschichtungsstoffe wurden im Werk von Schone & Bruns in Meppen mittels Airless-Spritzverfahren
appliziert.

Die Grundierung gemäß Blatt 97 erfolgte mit SikaCor Zinc R Rapid in Zinkgrau. Dafür brachten die Verarbeitungsspezialisten einmalig die 2-K lösemittelarme, zinkstaubreiche Grundbeschichtung auf den frisch vorbereiteten Stahl (Sa 2 1/2) auf. SikaCor Zinc R Rapid bietet durch das metallische Zink einen sehr guten, aktiven Korrosionsschutz sowohl im atmosphärischen als auch im Unterwasserbereich. Mit dieser Art von Beschichtungsstoff kann im richtig gewählten System eine Schutzdauer von 25 Jahren und mehr erreicht werden. Um alle Schweißstöße, Ecken, Kanten, Winkel und Spalten vor Korrosion zu schützen, wurde als Kantenschutz und weitere Grundierung SikaCor EG Phosphat Rapid in Sandgelb aufgebracht. Der 2-K lösemittelarme, aktivpigmentierte Primer auf Epoxidharzbasis ist mit modifizierten
Zinkphosphaten formuliert. Dadurch werden die Barriereeigenschaften zum Substrat erhöht. Auch hier kann in aggressiver, atmosphärischer Umgebung eine Schutzdauer von bis zu 25 Jahren erreicht werden.

Um die Gesamtschichtdicke und damit die Diffusionsbarriere für angreifende Stoffe weiter zu erhöhen, folgte zweimal die 2-K schnellhärtende, lösemittelarme und eisenglimmerhaltige Zwischenbeschichtung SikaCor EG-1 Rapid im Farbtonwechsel DB 702 und DB 703. Durch den hohen Eisenglimmergehalt in der Beschichtung wird der Diffusionsweg zum Stahl durch die blättchenförmigen, meist horizontal orientierten Füllstoffe für Wasser, Sauerstoff und Elektrolyte deutlich erschwert.

Versiegelung für den Erhalt einer brillanten Oberfläche

Als letzte Schicht applizierten die Verarbeiter die farbgebende Deckbeschichtung SikaCor EG-5. Diese 2-K Acryl-Polyurethan Deckbeschichtung trägt durch ihre perfekt abgestimmte Füllstoffpackung noch einmal wesentlich zum Korrosionsschutz bei. Des Weiteren bewahrt sie die Grund- und Zwischenbeschichtungen vor Witterungseinflüssen und mechanischen Verletzungen. Die Pylone erhielten den Farbton RAL 7010 Zeltgrau und die Konstruktion den Farbton RAL 7035 Lichtgrau. Für das Brückengeländer wurde der kräftige Farbton RAL 3000 Feuerrot gewählt. Damit Farbe und Glanz der Oberfläche auch unter Witterungseinflüssen lange erhalten bleiben, erfolgte eine Versiegelung mit dem Klarlack SikaCor EG-5 Clearcoat. Die Brückenlager sind mit SikaCor Zinc ZS gegen Korrosion geschützt. Das 1-komponentige, hochpigmentierte zinkstaubhaltige Produkt auf Ethylsilikatbasis ist gemäß Blatt 86 der TL/TP-KOR-Stahlbauten auch für gleitfeste Verbindungen zugelassen.

Endmontage der Brücke als Gemeinde-Event

Die Einzelteile der Brücke wurden von den Mitarbeitern des Stahlbauunternehmens Schone & Bruns im Werk in Meppen zu insgesamt fünf Brückenteilen vormontiert, mit Schwerlasttransportern nach Harsefeld gebracht und vor Ort zwischengelagert. Innerhalb von drei Tagen hoben sie die jeweils 20 bis 46 Tonnen schweren Brückenteile dann mit einem 500-Tonnen Schwerlastkran an ihre entsprechenden Positionen in der Konstruktion ein – auch nachts, um den Bahnverkehr nicht zu beeinträchtigen. Auf Einladung des Bürgermeisters verfolgten zahlreiche Einwohner die spektakuläre Aktion in ihrer Gemeinde. Anschließend wurden die Brückenteile verschweißt und erhielten an den Schweißstößen den Korrosionsschutz im selben Systemaufbau wie bei der Werkbeschichtung. Als Grundierung kam jedoch SikaCor EG Phosphat Rapid zum Einsatz.

Verschleißfester Dünnbelag schützt Geh- und Radwegfläche

Die Fahrbahn der Brücke ist als orthotrope Platte ausgeführt. Dieses versteifte Stahlblech wurde mit einem hochwertigen und verschleißfesten Dünnbelagsystem von Sika beschichtet und ist so dauerhaft vor Korrosion geschützt. Der Systemaufbau entspricht der ZTV-ING Teil 7 Abschnitt 5 Dienststege, Geh- und Radwegflächen. Die Grundierung SikaCor HM Primer wurde von hauseigenen Korrosionsschutzfachkräften der Firma Schone & Bruns mittels Airless-Spritzverfahren im Werk appliziert und von den Fachkräften der Firma I.M.O vor Ort wieder aktiviert. Anschließend wurde der Dünnbelag SikaCorElastomastic TF als Deckschicht mit 6 mm Schichtdicke aufgespachtelt und vollflächig mit Quarzsand eingestreut. Der 2-K Beschichtungsstoff SikaCor Elastomastic TF wird schon seit einigen Jahrzenten für solche oder ähnlich mechanisch herausfordernde Oberflächen eingesetzt. Dieser Dünnbelag basiert auf einem Bindemittel-Hybrid-System aus Epoxid-Harz und Polyurethan, um die Eigenschaften der beiden Bindemittelklassen perfekt zu kombinieren. Zum Schluss wurde die farbgebend graue und witterungsbeständige Kopfversiegelung Sikafloor-359 N mit Pinsel und Rolle aufgebracht.

Hoher Nutzungskomfort und Ästhetik

Mit dem vier Meter breiten Brückenbauwerk hat die Gemeinde Harsefeld eine sichere und komfortable Erweiterung ihrer emissionsfreien Verkehrsinfrastruktur geschaffen. Die Beleuchtung der Brücke ist in die Handläufe integriert und daher blendfrei. Die schrägen Zugstäbe der Konstruktion werden nachts durch das Licht von Lanzenstrahlern stillvoll in Szene gesetzt. Insgesamt sind nun 6.000 m2 Brückenstahl mit farbgebenden Beschichtungssystemen von Sika beständig gegen Korrosion geschützt. Das Projekt wurde von der Planung bis zur Ausführung vor Ort von Sika-Projektleiter Martin Kaiser und seinen Kollegen von der Sika-Anwendungstechnik begleitet.

Bautafel

OBJEKT
Geh- und Radwegbrücke Gemeinde Harsefeld

BAUZEITRAUM
Mai bis September 2019       

BAUHERR
Gemeinde Harsefeld

VERARBEITER
Korrosionsschutz: Schone & Bruns GmbH & Co. KG,  Meppen   
Bodenbelag: I.M.O. GmbH Strahl- und Beschichtungstechnik, SeevetalI

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