Nachhaltige Bauwerksabdichtung und optimales Raumklima

 

Das Deutschlandhaus in Berlin soll ab 2019 der Stiftung Flucht, Vertreibung und Versöhnung als Dokumentationszentrum dienen. Hierfür wird das Gebäude saniert und einzelne Gebäudeteile werden neu errichtet. Die konservatorischen Anforderungen verlangen auch im Keller besondere klimatische Bedingungen. Die Lösung bot die Sika Deutschland GmbH: Das SikaProof Frischbetonverbundsystem schützt das gesamte Untergeschoss optimal vor Feuchtigkeit – und erfüllt durch den gewählten Materialeinsatz den Anspruch an Nachhaltigkeit beim Bauen. 

 

Mit der Grundsanierung und einem tiefgreifenden Umbau des denkmalgeschützten Deutschlandhauses bekommt Berlin ein bedeutendes zeithistorisches Dokumentationszentrum, das 2019 der Stiftung Flucht, Vertreibung und Versöhnung übergeben wird. Das in den 1920er Jahren erbaute und erst seit 1974 als „Deutschlandhaus“ bezeichnete Gebäude befindet sich in Kreuzberg und liegt an der touristisch stark frequentierten Geschichtsmeile zwischen Potsdamer Platz und Jüdischem Museum. Die Herausforderung bei der Sanierung: Die südost- und südwestlichen Gebäudeflügel an der Stresemann- und Anhalter Straße sollten vollständig saniert werden und ihre denkmalgeschützte Fassade aus rotem Sandstein erhalten bleiben. Die Nord- und Ostflügel hingegen, die in den 1950er Jahren im Rahmen des Wiederaufbaus entstanden, wurden abgerissen. An ihrer Stelle errichten die Architekten-Brüder Marte und Marte aus Österreich einen modernen Baukörper, der die Anforderungen an einen zeitgemäßen Kulturbau in jeder Hinsicht erfüllt.

 

Neue Innenwanne für das Untergeschoss

Das Untergeschoss des Deutschlandhauses muss höchsten Nutzungsanforderungen entsprechen und anspruchsvolle raumklimatische Bedingungen erfüllen. Basis hierfür bildet eine wasserundurchlässige Betonkonstruktion – eine anspruchsvolle Aufgabe, bei der reine Betonkonstruktionen häufig an ihre Grenzen stoßen. Meist sind die Bauteilflächen später nicht mehr zugänglich und somit kontrollierbar, was bei Undichtigkeiten massive Probleme, Nutzungsausfälle und nicht kalkulierbare Sanierungskosten verursachen kann. Aus diesem Grund wurde für dieses Objekt eine innovative Bauart gewählt: die Frischbetonverbundkonstruktion. Bei dieser Bauart wird die herkömmliche WU-Betonkonstruktion mit einem hinterlaufsicheren und rissüberbrückenden Frischbetonverbundsystem kombiniert – hier mit SikaProof A. In den Bestandsflächen des Objektes wurde so im vorhandenen Tiefgeschoss eine komplett neue Innenwanne aus diesem System ausgebildet.

 

SikaProof A ist ein vorzuinstallierendes Frischbetonverbundsystem für Betonbauwerke. Hierbei handelt es sich um eine hochflexible und rissüberbrückende Kunststoffbahn auf Basis flexibler Polyolefine (FPO). Durch die gewählten Materialien, den Aufbau und die Anwendung bietet das System nicht nur höchste Nutzungssicherheiten, sondern leistet ebenso einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit. SikaProof A wird somit dem Anspruch des modernen Bauens gerecht und erfüllt die hohen Anforderungen der Qualitätsstufe 4 der DGNB.

 

Der mehrschichtige Aufbau aus penetrationsfähigem Vlies und gitternetzförmigem Dichtstoffraster stellt einen dauerhaften Verbund mit dem erhärtenden Frischbeton her. Bei der Betonage füllt der Beton das Vlies vollständig, verkrallt sich mit diesem und verhindert zuverlässig eine Hinterläufigkeit zwischen Frischbetonverbundbahn und Betonbauteil. Sollte doch einmal eine Beschädigung auftreten, ist somit eine Ausbreitung mit anstehendem Wasser ausgeschlossen. Das druckwasserdichte System zeichnet sich durch hohe Festigkeit, Dehnungsfähigkeit und Kälteflexibilität aus und ist in höchstem Maße widerstandsfähig gegenüber mechanischer Beanspruchung. Eine hervorragende Alterungsbeständigkeit und die Resistenz gegenüber allen natürlichen, im Grundwasser und Boden vorkommenden aggressiven Stoffen sind gewährleistet. SikaProof A Frischbetonverbundbahnen werden als Rollenware auf die Baustelle geliefert. Für die zeitsparende und einfache Verarbeitung sind die Dichtungsbahnen einseitig mit einem Selbstklebestoß ausgestattet.

 

Langzeitsicherheit dank bester Qualität

Im Deutschlandhaus in Berlin wurde SikaProof A auf den 2.500 Quadratmetern Bestandsflächen im Boden- und Wandbereich bis oberhalb des Bemessungswasserstandes verlegt. Eine nachträgliche Horizontalsperre sichert die Bestandswände gegen aufsteigende Feuchtigkeit ab. Durchdringungen wie Rohrdurchführungen wurden direkt in das Frischbetonverbundsystem eingebunden. Für Querstöße und Detailausbildungen setzte man entsprechendes Zubehör wie Tapes und bauseits applizierten Heißkleber ein. Nach der Verlegung der Bahnen erfolgten die Bewehrungsarbeiten. Anschließend wurde direkt gegen das SikaProof A System betoniert. In Kombination mit der daraus resultierenden dauerhaften Verbundwirkung mit Rissüberbrückung und Hinterlaufschutz stellt die gewählte Konstruktion eine höchstmögliche Nutzungssicherheit der neuen Räumlichkeiten im Kellergeschoss des Deutschlandhauses sicher.

Bautafel:

Bauzeit:                                  
2014 bis geplant 2019

Bauherr:                                
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Projektleitung:                      
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, BBR

Fläche:                                   
2500m2 SikaProof A

Architekt:                              
Marte.Marte Architekten ZT GmbH, Feldkirch / Österreich

Projektsteuerung:                 
Kemmermann Projektmanagement, Berlin

Objektüberwachung:            
rw+ Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

Tragwerksplanung:               
R&P Ruffert Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin

Ausführung der Abdichtungsarbeiten:            
Tricosal Bauabdichtungs GmbH

Bildquelle MoodImage: Klaus Heymach/vor-ort-foto.de