Berliner Brückensanierung schneller als geplant

Sika setzt Erfolgsgeschichte mit innovativem Brückenabdichtungssystem fort

 

Die Fahrbahn-Sanierung der Berliner Rudolf-Wissell-Brücke in 2018 war ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn der am drittstärksten befahrene Autobahnabschnitt Deutschlands sollte vom Flughafen Tegel in Richtung Süden schnellstmöglich wieder mehrspurig befahrbar sein.

 

Bereits im Jahr 2017 mussten an der Rudolf-Wissell-Brücke in Berlin Sanierungsmaßnahmen am Fahrbahnbelag durchgeführt werden: Instandgesetzt wurde die Fahrbahn in Richtung Norden. Nun, im Sommer 2018, stand die Sanierung in Richtung Süden an. Das Abdichten der Fahrbahn musste wieder in einem engen vorgegebenen Zeitfenster erledigt werden. Mit konventionellen Abdichtungsmaßnahmen ist dies nicht möglich. Daher entschieden sich die Planer auch hier wieder für einen Industriepartner, mit dem sie schon vielfach positive Erfahrungen gemacht hatten: Mit dem Abdichtungssystem der Sika Deutschland GmbH war die Sanierung bereits nach vier Wochen abgeschlossen – wieder einmal in Rekordzeit.

 

Die Rudolf-Wissell-Brücke in Berlin ist ein Knotenpunkt für den Berliner Verkehr. Als Teil der Autobahn A 100 überquert sie die Spree und die Schleuse Charlottenburg. Wer in Richtung Nord-Süd vom Flughafen Tegel und umgekehrt unterwegs ist, fährt über die rund ein Kilometer lange Brücke. Die starke Beanspruchung durch den täglichen Verkehr hatte ihre Spuren auf dem Fahrbahnbelag hinterlassen: Insbesondere die vom Schwerlastverkehr beanspruchte jeweils rechte Spur musste vollständig saniert und neu abgedichtet werden. Denn wenn sich die Fahrbahn zu sehr abnutzt, birgt dies durch eindringendes Wasser Korrosionsgefahr für die Betonkonstruktion. Damit die Reisenden auch in Zukunft sicher unterwegs sind, sollte die Fahrbahn nun auch in Richtung Süden erneuert werden – dies natürlich so zeiteffizient wie möglich.

 

Beanspruchte Spur erhält neuen Rundumschutz

Eine Sanierung des Fahrbahnbelags auf der Rudolf-Wissell-Brücke bedeutete, dass der durchlaufende Verkehr planmäßig für vier Wochen auf eine Spur reduziert werden musste. Nach Abriss des alten Belags erhielt der schadhafte Beton im ersten Schritt eine punktuelle Reprofilierung mit dem PCC I Mörtelsystem Sika BE-08. Freigelegte Schraubenköpfe und Ankerplatten wurden abgestrahlt und mit dem Korrosionsschutz Sika MonoTop-601 NEU dauerhaft geschützt. Ein im Anschluss aufgetragenes Abdichtungssystem sollte verhindern, dass Wasser in den Beton eindringen kann. Bei der Auswahl des Systems kam es insbesondere darauf an, dass die zu verarbeitenden Produkte für einen zügigen Bauablauf sorgen. Deshalb entschied sich der Planer erneut für ein extrem schnell zu applizierendes Abdichtungssystem, das auf Basis des Regelwerks H HANV geprüft ist – es besteht aus einem hohlraumreichen Asphalttraggerüst mit nachträglicher Verfüllung. Neben seiner schnellen Verarbeitbarkeit sieht Attila Eckardt, Bauleiter der ARGE STRABAG AG / EUROVIA VBU GmbH, noch einen weiteren Grund für den reibungslosen Bauablauf: „Sika ist ein zuverlässiger Partner, der auch in sehr kurzer Zeit große Materialmengen termingerecht liefert.“ Ein weiterer Vorteil des Systems: Es gehört zur Schubfestigkeitsklasse 1 und bietet daher besonders langlebigen, sicheren Schutz: „Sika HANV Rapid zeigt über die Jahre keinerlei Verschleißerscheinungen – auch bei Schwerlastbedingungen. Deshalb kam es auf unseren Baustellen schon oft zum Einsatz“, so Eckardt.

 

Die Brückenabdichtung – ein Wettlauf gegen die Zeit

Das zum Abdichtungssystem gehörende Asphalttraggerüst wird mit einem definierten und einbaufertigen Hohlraumgehalt direkt auf den Beton eingebaut und bereits bei einer Asphalttemperatur von maximal 60° C verfüllt: Hierfür verwendeten die Verarbeiter den lösemittelfreien, flexibilisierten 2-Komponenten Reaktionskunststoff Sika Ergodur-600, das die Hohlräume des Asphalts im Flutverfahren tränkt. Auf 6200 m² verarbeiteten sie 77 t Sika Ergodur-600. Eine solche Materialmenge an Reaktionsharz lässt sich nur über eine entsprechende Maschinen-, Förder- und Mischtechnik verarbeiten. Dies erfolgte über eine bereits auf anderen HANV-Baustellen bewährte 2-Komponenten-Mischanlage. Damit das Epoxidharz das hohlraumreiche Asphaltraggerüst gleichmäßig und vollständig füllt, verteilten es die Verarbeiter mit Hilfe von Gummischiebern. So verhindert die Verfüllung, dass Wasser in den Asphalt eindringen kann. Die Applikation der HANV-Abdichtung benötigt eine trockene, regenfreie Einbauperiode ab dem Beginn des Asphalteinbaus und bis zum Ende der Verfüllung mit Epoxidharz. Gerade mit diesem Verfahren konnte die Abdichtung auf 6200 m² Fläche innerhalb von nur 36 Stunden hergestellt werden.

 

Brückensanierung schneller als geplant abgeschlossen

Eine abschließende Schutz- und Deckschicht aus 825 Tonnen Gussasphalt sorgt nun dafür, dass sich der Fahrbahnbelag bei der täglichen Beanspruchung nicht verformt. Damit der Gussasphalt auf der HANV-Abdichtung einen sicheren Verbund eingeht, kam ein modifiziertes Heißschmelzklebergranulat als Haftvermittler zum Einsatz: Das zuvor aufgetragene Sika Ergodur-600 wurde mit der feinen Körnung Sikalastic-827 HT abgestreut und sorgt nun für eine innige Klebeverbindung zwischen dem HANV-Belag und dem Gussasphalt.

 

Der Zeitdruck, die extrem enge Baustellensituation und die Wetterverhältnisse machten die Sanierung der Rudolf-Wissell-Brücke zu einem Projekt, das von allen Beteiligten Flexibilität erforderte. Die Maßnahme konnte früher als geplant abgeschlossen werden: Die Entscheidung für ein HANV-Abdichtungssystem, das eingespielte und erfahrende Ausführungsteam und die schnell zu verarbeitenden Produkte verkürzten die Sanierung um zwei Wochen, sodass der Verkehr schon nach vier Wochen wieder wie gewohnt in Richtung Süden fließen konnte.

Bautafel:

Nord-Süd-Fahrbahn: 
Ausführung von Juli bis August 2018; 6200 m² mit HANV-Abdichtungssystem
(77 t Sika Ergodur-600 und 6 t Sikalastic-827 HAT)

Süd-Nord-Fahrbahn:

Ausführung von Juli bis September 2017; 4600 m² mit HANV-Abdichtungssystem
(59 t Sika Ergodur-600 und 4,5 t Sikalastic-827 HT)

Planung:

Asphalta Prüf- und Forschungslaboratorium GmbH, Halenseestraße, 14055 Berlin

Bauherr:

DEGES – Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und Bau GmbH, Zimmerstraße 54, 10117 Berlin

Verarbeiter:

ARGE Rudolf-Wissel-Brücke:   
STRABAG AG, Bessemerstr. 42 b
12103 Berlin /
EUROVIA VBU GmbH, Pyramidenring  12, 12681 Berlin

 

 

Bildquelle Moodimage: CopterCloud GmbH