Jeder Mensch kennt es und hat es auch schon mal erlebt: Ein Griff zur Türklinke, ein kurzer Schmerz, ein kleiner Entladungsblitz. Diese Situation ist für einen menschlichen Organismus unbedenklich, jedoch können elektrische Entladungen unter Umständen zu extremen Situationen führen, zum Beispiel in Räumen, in denen sich leicht entzündliche Stoffe (Gase, Dämpfe, Stäube) oder explosive Materialien (zum Beispiel explosionsfähige Gemische) befinden. In Räumen, in denen sehr sensible, elektronische Geräte stehen, können elektrische Entladungen zu weitreichenden Störungen führen.
Daher ist es erforderlich, in diesen Bereichen Vorkehrungen zu treffen, damit gefährliche, elektrische Entladungen vermieden werden. In diesem Zusammenhang muss insbesondere die elektrische Ableitfähigkeit der Bodenbeläge eingeplant und sichergestellt werden. Grundsätzlich gibt es 3 unterschiedliche Systemaufbauten, mit denen ein ableitfähiger, keramischer Belag erstellt werden kann:
1. Durchgehend leitfähige, keramische Scherben
Bei dieser Art der Verlegung vereinfacht sich der Aufbau, da nur noch der Verlegemörtel leitfähig sein muss. Dabei ist ein durchgehendes, lückenloses Kleberbett zwingend erforderlich, so dass eine Spannungsableitung möglich ist. Durchgehend leitfähige, keramische Scherben sind in der Regel für mechanisch hoch beanspruchte Bereiche vorgesehen, da sie zudem eine hohe Verschleißfestigkeit haben.
Beispiel hierfür ist die Keramik von der Firma AGROB Buchtal, Typ Eladuct.
2. Nicht leitender Fliesenkörper mit leitfähiger Spezialglasur
Bei diesem Aufbau ist es erforderlich, dass sowohl Fliesenkleber als auch Fugenmörtel leitfähig eingestellt werden, da die Glasur keine direkte Verbindung zu dem leitfähigen Verlegemörtel bekommt.
Beispiel hierfür ist die Keramik der Firma AGROB Buchtal mit der Bezeichnung KerAion Ela 10.6.
3. Nicht ableitfähiger Fliesenbelag mit ableitfähiger Fuge und Mörtelbett
Bei dieser Variante müssen Fliesenkleber und Fugenmörtel leitfähig sein und das Format der Fliesen ist auf 240*115 mm und 150*150 mm begrenzt. Die Ableitfähigkeit wird hier über den Fugenanteil gewährleistet, die Art der Verlegung der Fugen muss daher oberfl ächenbündig (kein Auswascheffekt) sein. Dies kann während der Ausführung zu Problemen führen, was sich negativ auf die Überprüfung der Leitfähigkeit, z. B. durch den TÜV, auswirken kann.
.